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Rathausneubau Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

In einer Nachlese zum Baukulturpreis 2009 haben sich die Präsidenten der beiden brandenburgischen Kammern in einem Ausblick auch zu den Anforderungen an zukünftige Planungen geäußert. (siehe Beitrag "Baukulturpreis 2009 - Nachlese und Ausblick")

Dieser Ausblick, im Bezug auf künftige Planungsanforderungen an die Berufsgruppen der Architekten und Ingenieure, hat uns als Kammerpräsidenten bereits im Jahr 2009 bewogen, das anstehende Pilotprojekt der Gemeinde, im Sinne der RPW § 2, Ziff. 4, generell für Projektgemeinschaften von Architekten und Ingenieuren, welches EU-weit bekannt gemacht wurde, zu beraten und zu begleiten.

Die heutige und künftige Baukultur zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass Bauwerke dem Erfordernis der Nachhaltigkeit und der Funktionalität entsprechen müssen, d.h. nicht nur die architektonische Schönheit der Fassade ist der Maßstab, sondern dass die funktionale und technische Prozessqualität ebenfalls entscheidende Kriterien darstellen.

Bereits in der v.g. Nachlese haben beide Kammerpräsidenten das künftige gemeinsame Erfordernis der immer komplexer werdenden Anforderungen an Planung, Ausführung und Betrieb von Gebäuden und baulichen Anlagen hervorgehoben. Da sich anspruchsvolle Herausforderungen der Zukunft nur in Kooperation beider Berufsgruppen erfolgreich verwirklichen lassen.

Diese interdisziplinäre Ausrichtung ist erstmalig durch die RPW 2008 manifestiert, d.h. die RPW 2008 als Bestandteil von VOF-Vergabeverfahren ist auf die Bauaufgaben der Zukunft ausgerichtet.

Der im VOF-Vergabeverfahren integrierte Wettbewerbsteil gibt dem Bauherren die Möglichkeit ihre Interessen auf Nachhaltigkeit von Investitionskosten in Verbindung mit den Lebenszykluskosten-betrachtungen schon in der Auslobungsschrift zu formulieren und mit Hilfe der Bedarfsplanung nach DIN 18205 die Grundlagen für ihr Projekt den Planern bereitzustellen.

Den Kammern obliegt es gegenüber den von ihnen vertretenen Bedarfsgruppen diesen neuen Weg zu vermitteln und die Bereitschaft hierfür zu fördern.

Die anstehende öffentliche Bekanntmachung der Ergebnisse des Wettbewerbs, auf Basis der Entscheidungen des interdisziplinär besetzten Preisgerichtes, zeigt, dass die Kammerpräsidenten mit ihrem Engagement auf dem richtigen Weg sind.

Das Ergebnis zeigt aber auch, dass die Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen weiterhin intensiv gefördert werden muss, da das Festhalten auch in den vorliegenden Wettbewerbsbeiträgen noch deutlich spürbar wird.

 

Mein Kollege, der Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer, Bernhard Schuster, hat dies bereits im erwähnten Beitrag zur Nachlese des Brandenburgischen Baukulturpreises auf den Punkt gebracht, als er darstellte:

„Die Bauaufgaben werden immer differenzierter, aber auch in den Anforderungen immer komplexer. In den letzten Jahren hat sich der Anspruch der Bauherren deutlich verändert.

Der Lebenszyklus der Gebäude und die Kosten des Betriebes stehen deutlich höher im Fokus.

Ebenso wird der Energieeffizienz der Gebäudehüllen und der Haustechnik ein immer höherer Stellenwert beigemessen.

Dabei werden die neuen Bauaufgaben immer mehr gemeinsam mit den Bauherren entwickelt. Dieses setzt weitere Kompetenzen voraus, denen die Planer sich stellen müssen.“

Die Unterschiede in den Auffassungen zu künftigen Aufgaben im Sinne der Weiterentwicklung der Baukultur bestehen aus meiner Sicht doch mehr im Selbstverständnis der beiden Berufsgruppen.

Architekten fühlen sich mehr als Gestalter, Ingenieure mehr als Konstrukteure.

Die Aufgaben der Zukunft werden jedoch zeigen, dass der Eine ohne den Anderen nicht sein kann, d.h. das die Zukunft den Projektgemeinschaften von Architekten und Ingenieuren auf Grund der komplexen Forderungen der Bauherren gehören wird.

Die Komplexität der Aufgabenstellung und die frühzeitigen Forderungen nach Kostensicherheit seitens der Bauherren für ihre geplanten Investitionen in Verbindung mit Nachweiserbringung seitens der Planer für die Nachhaltigkeit der baulichen Umsetzung hinsichtlich der Lebenszykluskosten im Betriebsverlauf zwingen zum Umdenken auch bei der Erstellung von künftigen Wettbewerbsarbeiten.

Die Brandenburgische Ingenieurkammer wünscht der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow bei den Verhandlungen mit

den 1. bis 3. Preisträgern im Sinne des § 8, Ziffer 2 der RPW 2008 viel Erfolg bei der Auswahl einer Projektgemeinschaft als künftigen Generalplaner für ihr Projekt Rathausneubau, sowohl für den Hochbau und Infrastrukturbereich, um auf dem Verhandlungswege einen Ausgleich für die unzureichenden Aussagen bezüglich der Invest- und Lebenszykluskosten vor Verhandlungsabschluss noch herbeizuführen.

Für dieses Verhandlungsprozedere steht ihnen die Kammer auch weiterhin beratend und begleitend mit zur Verfügung.

Juni 2010

Präsident der Brandenburgischen Ingenieurkammer

Wieland Sommer

 

Energieeffizienzexperten

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