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Verleihung Brandenburgischer Baukulturpreis

Eine hochkarätig besetzte Jury bewertete die Arbeiten. Bei der feierlichen Preisverleihung in der Schiffbauergasse in Potsdam vergab Infrastrukturministerin Jutta Lieske fünf Preise und zwei Förderpreise für Studierende.

Infrastrukturministerin Jutta Lieske: „Der neu geschaffene Baukulturpreis steht für die enge Zusammenarbeit der Ingenieure und Architekten. Neues Bauen muss dabei die energie- und klimapolitischen Erfordernisse und veränderte bautechnische Möglichkeiten berücksichtigen. Auch der demographische, ökonomische und soziale Wandel stellt uns immer wieder vor neue Aufgaben. Die Vielfalt der eingereichten Arbeiten ist beachtlich und zeugt von der hohen Qualität des Planen und Bauens in Brandenburg. Die preisgekrönten Bauten sind für private und öffentliche Bauherren beispielgebend.“

Wissenschaftsministerin Dr. Martina Münch: "Gutes Planen und Bauen ist ein gesellschaftlicher Anspruch für lebendige Städte und Dörfer. Brandenburg will eine Kultur des Bauens als Markenzeichen und Spiegelbild unserer Gesellschaft. Der Brandenburgische Baukulturpreis untermauert diesen Anspruch genauso wie die in Potsdam beheimatete Bundesstiftung Baukultur. Zudem ist ein besonderes Anliegen meines Hauses, den Hochschulen des Landes Gelegenheit zu bieten, ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Dafür stellt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur 3.000 Euro zur Verfügung. Mit den Förderpreisen werden Studierende und Absolventen brandenburgischer Hochschulen geehrt, die Herausragendes auf dem Gebiet der Architektur geleistet haben."

Bernhard Schuster, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer: „Die Bauaufgaben in Brandenburg werden kleinteiliger und vielgestaltiger. Der Anspruch, zukunftsfähige Konzepte sowohl funktional als auch ökologisch umzusetzen, prägt zahlreiche der eingereichten Arbeiten. Bemerkenswert ist die hohe Identifikation vieler Beiträge mit dem Besonderheiten des Ortes einerseits und ihre identitätsstiftende Wirkung andererseits.“

Wieland Sommer, Präsident der Brandenburgischen Ingenieurkammer: „Die ausgezeichneten Arbeiten wirken positiv auf den Zusammenhalt des Gemeinwesens und sind gleichermaßen Ausdruck individuellen Engagements der Bauherren. Ohne die konstruktive Zusammenarbeit von Architekten, Ingenieuren und Bauherren wären diese herausragenden Leistungen für die Baukultur in Brandenburg nicht möglich gewesen.“

Beide Präsidenten gehen mit ihren Worten auf die Bedeutung der Baukultur ein. Denn Ingenieuren und Architekten kommt auf diesem Gebiet eine herausgehobene, eine ganz besondere Verantwortung für die Erhaltung und für die Förderung der Baukultur – natürlich neben anderen Kulturträgern - zu. Baukultur ist eben unteilbar!
Baukultur widerspiegelt sich nicht allein und vordergründig in ästhetisch gestalteten Fassaden oder in der Kubatur von Bauwerken.
Baukultur zielt auf Funktionalität, auf Qualität und Nachhaltigkeit einschließlich der besonders aktuellen Energieeffizienz ab. Es ist deshalb die gemeinsame Aufgabe von Ingenieuren und Architekten unter diesen Qualitätsanforderungen Baukultur zu gestalten und mit Leben zu füllen.
Kammerpräsident Wieland Sommer schätzt die gemeinsame Arbeit beider Länderkammern als sehr erfolgreich ein und greift einen alten Gedanken auf, eine „Initiative Baukultur für Brandenburg“ zu gründen, in der sich nicht allein die beiden Berufskammern, sondern auch das zuständige Landesministerium sowie die Hochschulen in einem öffentlichen Dialog zu Fragen der Baukultur Stellung nehmen.

Es wäre eine folgerichtige Fortsetzung der seit langen und erfolgreich durchgeführten Architekturgespräche. Denn: Baukultur braucht Öffentlichkeit!
Öffentlichkeit nicht allein im Land; Öffentlichkeit in den Bildungsstätten, Öffentlichkeit in der Wirtschaft und in der Gesellschaft.
Er begrüße es deshalb auch besonders, dass Studentinnen und Studenten in einem gesonderten Bestandteil des Baukulturpreises mit ihren Leistungen gewürdigt wurden. Würdigung bedeutet Ansporn, Ansporn bringt Kreativität und Innovation. Und das wiederum sollte doch einen Beitrag zur Baukultur leisten können.


Preisträger des Brandenburgischen Baukulturpreises (5 x 2.400 Euro):


 

Kategorie Neubau

Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam in Golm

Verfasser: Jürgen Böge (Böge Lindner Architekten, Hamburg) / Bauherr: Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegens chaften und Bauen
Der Neubau besticht in seiner rig orosen Konsequenz: Gelochte Aluminiumtafeln umhüllen den Baukörper. Als bewegliche Teile zur Regulierung des Lichteinfalls prägen sie dessen jeweiliges plastisches Erscheinungsbild. Verspringende Lichtschächte für große Raumtiefen setzen im Inneren die intelligente Führung des Tageslichts fort.






Kategorie Bauen im Bestand und Denkmalpflege

Bibliothek im Bahnhof Luckenwalde

Verfasser: Martina Wronna, Katharina Feldhusen, Ralf Fleckenstein (ARGE WFF, Berlin) / Bauherr: Stadt Luckenwalde
Das Raumprogramm der Biblioth ek wurde so in den Bestand eingepasst, dass der Nutzungswechsel funktioniert und das Bahnhofsgebäude zugleich seine Identität behält. Wesentliche Leistung des Entwurfs ist der expressive Anbau mit seinen goldschimmernden Fassaden, der städtebaulich eine starke Markierung setzt, den Platz in der richtigen Art fasst und neugierig macht.






 Kategorie Bauen im Bestand und Denkmalpflege

Haus Vilmar in Kleinmachnow

Verfasser: Florian Höll (Müller-Stüler und Höll Architekten, Kleinmachnow) / Bauherren: Florian und Katharina Höll
Ein qualitätvolles, gleichwohl bescheidenes Sommerhaus, 1927 in Holzbauweise er¬richtet, wurde vor dem Abbruch gerettet und mit viel persönlichem Engagement und Liebe zum Detail nicht nur in seiner Bausubstanz und mit den Spuren seiner Nutzungsgeschichte instandgesetzt, sondern auch einfühlsam für zeitgemäßes Wohnen modernisiert – ein außergewöhnliches Ergebnis!






 

 Kategorie Ingenieurbau und Infrastruktur

Brücke in Rosengarten, Frankfurt (Oder)

Verfasser: Henry Ripke (Henry Ripke Architekten, Berlin), Thomas Krug (VIC Brücken und Ingenieurbau GmbH, Potsdam) / Bauherr: Stadt Frankfurt (Oder)
Durch exakt bemessene statische Eingriffe gelang es, den Brückenkörper von 1912/13 mit seiner seltenen Stampfbetonkonstruktion und dem zurückhaltenden Dekor zu erhalten und für die höheren Belastungen des heutigen Straßenverkehrs zu ertüchtigen. Allein die Brüstungen wurden erneuert in zeitgenössischer Gestaltung.

 

 

 



Kategorie Städtebau, Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur

Uferpromenade Rheinsberg

Verfasser: Markus Thelen (Netzeband) / Bauherr: Stadt Rheinsberg
Anstatt aufwändiger Verspund ungen und Verblendungen entstand die Stützwand der neuen Uferpromenade aus Gabionenkörben und erhielt eine Holzauflage zum Wasser hin. Die über 400 Meter lange Freianlage am Grienericksee überzeugt mit vergleichsweise einfachen gestalterischen Mitteln, der Einbindung vorhandener Nutzungen sowie der konsequenten Trennung von öffentlichem und privatem Raum.




Anerkennungen erhielten Einfamilienhäuser in Potsdam und Baruth (Mark), das Kunstmuseum im Dieselkraftwerk Cottbus und die Landmarke „Lausitzer Seenland“ bei Senftenberg.

 


Förderpreise im Rahmen des Brandenburgischen Baukulturpreises (2 x 1.500 Euro):



Förderpreis für Studierende

Entwurf für ein Laboratorium in Welzow

Verfasser: Karsten Gerhardt (Hochschule Lausitz)
Der Entwurf des Laboratoriums für energieeffizientes Bauen basiert auf der städtebaulichen Überlegung, den Ort Welzow insbesondere mit seinen vorhandenen stadträumlichen Qualitäten zu stärken und zu festigen. Das bedeutete für den Bearbeiter, die Gegebenheiten des Ortes und den Ort anzunehmen, daraus eine Gebäudestruktur zu entwickeln, die sich zum Einen nahtlos in die vorhandene Struktur eingliedert und zum Anderen neue raumdominierende Akzente setzt.



Entwurf für ein Kunstarchiv in Beeskow

Verfasser: Christina Eschenburg und Diana Haring (BTU Cottbus)
Thema dieses Projektes war der Entwurf eines neuen Kunstarchivs in der Brandenburgischen Kreisstadt Beeskow. Dort werden zurzeit in unmittelbarer Nähe der mittelalterlichen Burg unter konservatorisch ungeeigneten Bedingungen über 23.000 Kunstwerke aus dem Besitz der ehemaligen Parteien, Massenorganisationen und des Kulturfonds der DDR archiviert. Auch soll die in Berlin ansässige Artothek der Sozialen Künstlerförderung mit etwa 15.000 Exponaten mittelfristig nach Beeskow verlagert und mit dem Kunstarchiv organisatorisch und räumlich zusammengeführt werden. Aus diesem Grund besteht in Beeskow der Wunsch nach einem Konzept für ein neues Kunstarchiv, in dem die sowohl historisch als auch kunstgeschichtlich wertvollen Objekte angemessen archiviert und in Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Zum Brandenburgischen Baukulturpreis ist eine Broschüre erschienen und wird auf Anfrage versendet von der Brandenburgischen Architektenkammer (Telefon 0331-275910, info@ak-brandenburg.de) oder der Brandenburgischen Ingenieurkammer (Telefon 0331-743180, info@bbik.de).

 

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