www.bbik.de » Archiv » Mitteilungen » Liste » Mitteilungen 2011 » Liste » Resolution - Wettbewerb und Vergabe

Resolution - Wettbewerb und Vergabe

Die verschiedenen Vorträge aber auch die Podiumsdiskussion beleuchteten die Probleme bei Vergabeverfahren, mit denen sich viele Ingenieurbüros aber auch die Vergabestellen konfrontiert sehen.

Zunächst stellte Herr RA Balkow von der Bundesingenieurkammer nochmals die Struktur des Vergaberechts vor und gab einen Ausblick hinsichtlich der politischen Entwicklungen. Fest steht, dass das komplexe und unübersichtliche deutsche Vergaberecht vereinfacht wird.

Laut Frau RA Theurer von der Auftragsberatungsstelle Brandenburg werden häufig die Aufträge an den billigsten Bieter vergeben. Auch dann, wenn im Anwendungsbereich der HOAI-Preisvorschriften nur marginale Unterschiede im Angebotspreis bestehen. Diktiert dabei das Recht die Wirklichkeit?

Zu Recht werden sich die Fragen gestellt: Muss immer der Günstigste den Auftrag erhalten? Ist diese Art der Vergabe nicht volkswirtschaftlich tödlich? Sollte nicht das qualitätsvollste Angebot dem billigsten vorgezogen werden?

Dass wir uns der Mentalität Geiz ist Geil! entziehen müssen um die Gesellschaft in eine gesunde und nachhaltige Entwicklung zu lenken, war an diesem Tag nur eine Aussage. Dass ein Bewerber auf die Abgabe ordnungsgemäßer Bewerbungsunterlagen achten muss um nicht schon in der Bewerbungsphase am Vergabeverfahren zu scheitern, wurde durch den technischen Geschäftsführer des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB), Herrn John, nochmals verdeutlicht. Denn bei dem Umfang an eingereichten Bewerbungsunterlagen können kleinste Fehler als Ausschlusskriterium gelten. Hierzu kann noch gesagt werden, dass der BLB seit dem 1. Januar 2008 eine Zentrale Vergabestelle mit Hauptsitz in Wünsdorf und einem Nebensitz in Bernau hat, über die ein Bewerbungsbogen zur Einreichung von Angeboten angefordert werden kann, aus dem deutlich wird, welche Informationen und Unterlagen zur Teilnahme an einem Wettbewerb erforderlich sind.

Ein interessantes Modell zum Vergabeverfahren stellte Prof. Rahn, vom gleichnamigen Ingenieurbüro vor, wie es in der Schweiz angewandt wird. Die Schweizer sagen sich, Zeit ist Geld. Wer zu wenig Geld bekommt, kann sich nicht ausreichend Zeit nehmen!

Daher ist der Mittelpreis dabei das Maß aller Dinge! Der Mittelpreis bietet die höchste Wahrscheinlichkeit, dass die angebotene Leistung im Hinblick auf Umfang und Qualität der Erwartung des Bauherrn entspricht!
Denn wovon kann beim billigsten Anbieter ausgegangen werden? Der Billigste macht nur das Nötigste und hat kein Interesse, sein Bestes zu geben, da er hierfür auch keine Zeit hat, wodurch die Schadensgefahr steigt.
Denn bei deutlichen Abweichungen vom Mittelpreis muss der Auftraggeber sich folgendes fragen: Wurde die Erwartungshaltung von mir als Bauherrn vollständig erfasst und Lücken im Leistungsbild erkannt, über die sich teure Nachträge generieren lassen? Wurde aus wirtschaftlicher Not ein Dumpingangebot erstellt, weil man das Projekt als Referenzprojekt unbedingt haben möchte?

In einem weiteren Vortrag ging Herr Gabelmann als Bauoberamtsrat aus Kaiserslautern darauf ein, wie die Vergabeverfahren nach der VOB/A gestaltet sind. Dabei beantwortete er auch die Fragen: Wer ist zur Anwendung der VOB/A verpflichtet und welche EU- und D-Schwellenwerte sind zu beachten? Weiterhin ging er auf die Neuregelungen der VOB/A ein, die es insbesondere zu beachten gilt.

Neben verschiedenen Vorträgen kam die ganze Problematik des Wettbewerb- und Vergabeverfahrens auch in einer Podiumsdiskussion zur Aussprache in der sich alle Parteien äußerten.

Zur Veranstaltung konnten wir Ihnen aus organisatorischen Gründen zwei Vorträge nicht als Skript übergeben. Dabei handelt es sich um die Vorträge von Herrn RA Balkow sowie von Herrn John. Diese stehen Ihnen ab sofort über unsere Seite www.bbik.de/download/seminarunterlagen zum Download und weiteren Nutzung zur Verfügung.

Resolution - Grundsätze für Vergaben von Ingenieurleistungen in allen Fachbereichen

Die Problematik des Themas „Wettbewerb und Vergabe“ wurde mit der Veranstaltung nochmals verdeutlicht aber nicht gelöst. Die Veranstaltung sollte jedoch zu einer Lösung beitragen. Daher soll mit Hilfe einer Resolution sowohl die Auftraggeber- als auch Auftragnehmerseite bei der Vorbereitung und Durchführung von Vergabeverfahren im Sinne der RPW 2008 beratend unterstütz werden.

Auf dem 16. Kammertag der BBIK wurde eine solche Resolution als Entwurf vorgestellt. Mitglieder der BBIK und sonstige Ingenieur hatten die Möglichkeit, Hinweise und Ratschläge mit einzubringen.

Die überarbeitete und endgültige Resolution ist im Juli an Entscheidungsträger im Landesparlament und die Landesregierung versandt worden.

Wir stellen Ihnen hier die Resolution zur Einsicht und zum Download zur Verfügung:

Energieeffizienzexperten

Newsletter-Anmeldung

Mitgliederlogin

Bitte geben Sie nur die ersten 5 Ziffern Ihrer Mitgliedsnummer ein.

Sie sind noch nicht Mitglied der BBIK?

Mitglied werden

Weiterbildung

Hier finden Sie unsere Veranstaltungen.

zur Übersicht