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"Großer Bahnhof" für Brandenburger Ingenieure in Gorzów

In Zusammenarbeit mit der IGOB Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin – Gorzów EWIV wurde über Entwicklungen der Zusammenarbeit von deutschen und polnischen Ingenieuren informiert. Hochkarätige Ingenieurleistungen am Beispiel von drei Ingenieurbauwerken (Brückenzug über Oder und Warta, Turmbahnhof Kostrzyn, Hochbahnviadukt [Estakada Kolejowa] in Gorzów) wurden darüber hinaus entlang der Strecke demonstriert.

Die Ostbahn gilt als eine der vielen Vorgänger der heutigen Deutschen Bahn. Kammermitglied Stefan Kunigam, zugleich kooptiertes Mitglied der IGOB, veranschaulichte im persönlichen Gespräch mit Pressevertretern und interessierten Mitreisenden anhand der Planungs- und Bauüberwachungs-arbeiten seines Ingenieurbüros für das Teilstück der Strecke Rehfelde bis Gusow bei der Gestaltung des Bahnhofsumfeldes die Bedeutung der Mitarbeit bei solch infrastrukturellen Themen.

„Mit Fertigstellung des neuen Bahnhofsumfeldes in Rehfelde, Müncheberg, Seelow und Gusow sind die Fahrgastzahlen um 37 Prozent gestiegen! Mit dem weiteren Ausbau ist dieser Streckenabschnitt perspektivisch eine exzellente Anbindung des östlichen Teils Polens an den Flughafen BER in Schönefeld,“ unterstrich er die Entwicklung der letzten Jahre und dokumentierte damit das wohl wichtigste Ergebnis.

Das Medieninteresse war so groß, dass die in Gorzów anberaumte Pressekonferenz kurzerhand auf den Bahnsteig verlegt werden musste, um allen Journalisten gerecht zu werden. Besonders gefragte Gesprächspartner waren Dipl.-Ing. Wieland Sommer, der die deutsch-polnische Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren entscheidend prägte, Dipl.-Ing. Jürgen Krebs als Vertreter der Ostbahn und ausgewiesener Experte der Strecke und der Ingenieurbauwerke entlang der Fahrtstrecke, Karl-Heinz Boßan als Geschäftsführer der IGOB sowie der Geschäftsführer der Lebuska Okregowa Izba Inzynierow Budownictwa (poln. Bauingenieurkammer) magister Inżynier (mgr. Inz.) Andrzej Cigielnik. Sie verdeutlichten in Interviews und fachlichen Gesprächen die herausragende Bedeutung des Ingenieurwesens über Jahrhunderte am Beispiel dieser Strecke.

Bei allem Optimismus beider Ingenieurkammern in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit herrscht Einigkeit darüber, dass trotz vieler Erfolge noch viel zu tun bleibt. „Nicht nur technische Probleme, wie die verschiedenen polnischen und deutschen Normen, auch bürokratische Barrieren bei Behörden müssen in der Zukunft dringend gelöst werden, um günstige Strukturen im Rahmen des europäischen Korridors schaffen zu können“, so Andrzej Cigielnik.

Dennoch stimmen alle Seiten zu, dass gerade im Zusammenhang mit der Erhöhung der Mobilität der Bevölkerung dies- und jenseits der ehemaligen Grenze die Zusammenarbeit der Ingenieure wesentlicher Antrieb ist. Mit der Strecke Berlin-Gorzów sei ein Beweis dafür angetreten worden. Dies dokumentierte die Veranstaltung, die von dem positiven Ansinnen beider Seiten, gemeinsam etwas bewegen zu können, aber auch Herzlichkeit und Fröhlichkeit geprägt war. Nicht zuletzt zeigte die überraschende musikalische Begrüßung auf polnischer Seite durch das Jungendorchester des Kostrzyner Kulturzentrums und der Gorzówer Stadtpräsidentin die Wertschätzung für die deutschen Berufskollegen.

Alt-Präsident Dipl.-Ing. (FH) Wieland Sommer unterstrich in den Gesprächen mit Medienvertretern zudem das Anliegen seines Nachfolgers Dipl.-Ing. Matthias Krebs, dass sich eine weitere kontinuierliche Zusammenarbeit lohne und dankte dabei auch in dessen Namen dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie der Bundesingenieurkammer für die Unterstützung während dieses andauernden Prozesses.
Er betonte: „Beide Seiten, Polen wie Deutschland ziehen daraus ihren Nutzen, und so werten wir gerade die Einbindung von ingenieurtechnischen Leistungen bei der Erschließung und Wiederbelebung einer solchen Eisenbahntrasse als glückliche Verbindung. Wir sehen trotz langer Vorlaufzeiten und dem Zeitaufwand, dass sich das profunde Wissen auf beiden Seiten kanalisieren lässt. Wir sind daher noch lange nicht am Ende der Entwicklung angekommen, sondern befinden uns gerade mitten drin.“

Besonderer Dank im Rahmen der Organisation und den Vorbereitungsarbeiten zur Pressefahrt 2012 gilt dem BBIK-Ausschussmitglied Stefan Kunigam sowie Karl-Heinz Boßan und den Vertretern der Deutschen Bahn AG, die die technischen Voraussetzungen für diese Fahrt überhaupt erst ermöglicht haben.

Mit dieser Veranstaltung unterstrich die Brandenburgische Ingenieurkammer einmal mehr die Bedeutung des Ingenieurwesens für das öffentliche Gemeinwesen und verdeutlichte europäisch übergreifend ihre Rolle gerade auch im Hinblick auf infrastrukturelle Entwicklungen diesseits und jenseits der ehemaligen Grenzverläufe.

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