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Energiegeladene Höhepunkte im Kammerleben

Kammerpräsident Matthias Krebs konnte am Ende des Kammertags feststellen, dass mit der Veranstaltung neue Maßstäbe gesetzt wurden und bedankte sich bei allen Beteiligten.

Der Kammertag diente auch in diesem Jahr der Würdigung von Mitgliedern. So wurden in Anerkennung für ihr besonderes Engagement im Rahmen der Kammerarbeit folgende Personen mit der Ehrennadel der BBIK ausgezeichnet:

  • Horst Naß, Detlef Behrens (Ehrennadel in Gold)
  • Rainer Blumentritt, Jürgen Steffens, Prof. Dr. Laszlo Ungvari, Prof. Dr. Johannes Vielhaber (Ehrennadel in Silber)
  • Matthias Bärmann (Ehrennadel in Bronze)

Lösungsansätze und Initiativen zur Energiewende

Neben den Fachvorträgen konnten sich viele Firmen mit Produkten und Dienstleistungen zur Energiewende im Foyer der Veranstaltungs-Location den Gästen präsentieren. Die Aussteller bedankten sich für die Möglichkeit, ihre Lösungsansätze und Initiativen zur Energiewende vorzustellen sowie intensive Gespräche mit den Mitgliedern und Gästen führen zu können. Der erste Höhepunkt war bereits der gemeinsame Rundgang des Ministers Vogelsänger durch die Ausstellung. Er konnte sich von der Vielfalt und Komplexität des Themas Energiewende und die Verantwortung von Ingenieuren einen Überblick verschaffen. Das Spektrum reicht von innovativen nachhaltigen Abdichtungs- und Dämmsystemen, unterschiedlichster regenerativer Energieerzeugung (Biogas, Windkraft und Photovoltaik) aber auch auf Basis nachwachsender Rohstoffe erzeugte Bausysteme. Ebenso wurden Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung (digitale satellitengestützte Biomassenermittlung) vorgestellt.

So wurde deutlich, dass zur Umsetzung der komplexen Energiewende ingenieurtechnisches Know-How gefragt ist. Dabei ergeben sich vollkommen neue Bereiche und die Bandbreite von Ingenieurleistungen vergrößert sich.

Zukünftige Zusammenarbeit im Energiebereich

Im Ergebnis des Kammertages wird angestrebt, alle Aussteller in eine langfristige Zusammenarbeit mit der BBIK einzubinden. Es geht um die Weiterbildung und Qualifizierung unserer Mitglieder. Sie sollen und müssen die neuen Herausforderungen meistern können.

Zeitnah werden bis zum Herbst entsprechende Gespräche mit den Firmen geführt. So hat z. B. die ARGE Bioenergie-Region-Ludwigsfelde (ein Projekt der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe - FNR des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - BMELV) bereits im Februar 2013 eine „Ingenieurtechnische Bildungsplattform“ aufgebaut. Sie ist eingebunden in die Tätigkeit der Fachsektion Nachhaltigkeit, Energie und Umwelt (FS NEU) der BBIK und der Brandenburger Energieallianz.

Das Spektrum ist breit. Nachwachsende Rohstoffe als Basis für neue (alte) Baustoffe, digitale Biomassenerfassung, Speicherung von E-Energie in natürlichen Speichern, Methanisierung von Greengas, Contracting u. s. w..

Damit werden neue Möglichkeiten zur erfolgreichen regionalen Wertschöpfung erschlossen. Die Firma Energiequelle GmbH verfügt inzwischen über 15-jährige Erfahrungen in der dezentralen Energieversorgung von Kommunen (Feldheim und Lausitzring). Es sind unterschiedlichste Ingenieurbereiche in dieser Firma vereint und müssen interdisziplinär zusammenarbeiten. Unter anderem wollen die Xella GmbH, Tremco-Illbruck und das Sentinel- Institut auf dem Weg der Qualifizierung unserer Mitglieder langfristig begleiten. Die Handwerkskammer Potsdam stellte ihr Energieeffizientszentrum vor und signalisiert eine enge Zusammenarbeit.

Viel Diskussionsbedarf

Aber genauso interessant und gegensätzlich waren die Diskussionen am Ende der jeweiligen Vorträge. Aus meiner Sicht wurden mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Es ist aber auch eine Widerspiegelung der derzeitigen widersprüchlichen Situation bezüglich der Energiewende. Einige Schlagworte seien aufgezeigt.

„…die Energiewende läuft Gefahr zu einem Geschäftsmodell zu verkommen…“. „… die Atomenergie hat (ist) die Zukunft…“. „…Brandenburg hat die meisten Standorte für regenerative Energieerzeugung… erzeugt mehr Strom als es verbraucht…hat im Bundesdurchschnitt aber die höchsten Strompreise… in Baden-Württemberg - wo Energiemangel herrscht - sind die niedrigsten Strompreise Deutschlands…“.

Ich persönlich sehe mich durch solche Aussagen darin bestärkt, dass an dezentralen Lösungsansätzen für die Strom- und Wärmeerzeugung gearbeitet werden muss.

Dort wo der Verbrauch anfällt soll der Strom und die Wärme erzeugt werden. Das ist die „Spielwiese“ für die Brandenburger Ingenieure und Architekten. Rund wird die „Energiewende“ in Brandenburg, wenn sie einher geht mit der wirklichen Energieeffiziens an Gebäuden. Nachhaltigkeit und Ökologie der Baustoffe müssen oberste Priorität bekommen. Z. B. sollte Gebäudetechnik in ihrer Wahl nicht überdimensioniert sein und im engen Kontext stehen zu geplanten alternativen Baustoffen. Weniger ist oftmals mehr (Energieverbrauch, Wartungsaufwand). Alternative Baustoffe (Stichwort Nawaro) können durch ihre nachhaltigen und ökologischen Eigenschaften übertriebenen technischen Aufwand für ein angenehmes Wohnklima (Bauhygiene) auf ein Minimum reduzieren.

Sie sehen, die Themen Nachhaltigkeit, Energie und Umwelt unter dem Aspekt Energiewende gehören eng zusammen. Sie sollten nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Damit dies zukünftig unseren Mitgliedern immer besser gelingt, stellt sich die FS NEU das Ziel, im Bildungswerk der Kammer neue Wege zu gehen und entsprechende Qualifizierungsangebote zu unterbreiten.

So stehen als nächste Weiterbildungsangebote an: 

  • 17.10.2013 gemeinsame Fachtagung „Nachhaltiges Bauen“ mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie der Brandenburgischen Architektenkammer. Themen sind u. a. Neuerungen des Leitfadens Nachhaltiges Bauen und Nachwachsende Rohstoffe
  • 21.10.2013 zweiter Best-Practic Besuch des „Grünen Lausitzringes“ mit einigen tollen Überraschungen
  • Frühjahr 2014 in Potsdam - eine gemeinsame einwöchige Veranstaltung der BBIK, FNR, ARGE Bioenergie-Region-Ludwigsfelde, IHK, dem MIL und der Stadt Potsdam unter dem Stichwort „Baunatour“


Die FS NEU möchte damit den im Frühjahr eingeschlagenen Weg weiter fortsetzen. Gestatten Sie mir noch rückblickend, von zwei bereits stattgefundenen Weiterbildungs- und Qualifizierungsterminen zu berichten.

Besichtigung „Grüner Lausitzring-Speedway

Am 23.04.2013 besichtigten 75 Kammermitglieder, Kommunalvertreter aus den Zwillingskommunen der ARGE Bioenergieregion Ludwigsfelde und Interessierte den „Grünen Lausitzring-Speedway“. Es war ein gemeinsames Projekt der FS NEU der BBIK, der Firma Energiequelle GmbH und der Ingenieurtechnischen Bildungsplattform der ARGE Bioenergie-Region-Ludwigsfelde.

Die Firma Energiequelle GmbH baute die dezentrale Energieeigenversorgung (Strom und Wärme) des Lausitzringes und des dort angesiedelten Versuchsgeländes der DEKRA auf. Dazu wurden eine Biogasanlage zur Erzeugung von Wärme, großflächige Parkplatzabdeckungen mit PV-Modulen und die zurzeit größte Windkraftanlage (Höhe 197m) Europas gebaut. Damit ist die Eigenversorgung abgesichert. Über Speicher wird überschüssige Energie gespeichert und bei Flaute zur Verfügung gestellt.

Hintergedanke dieser Tour war, Ingenieure der Kammer treffen auf Kommunalvertreter. Gemeinsames Kennenlernen regenerativer Energieerzeugung (Strom und Wärme), um im Land Brandenburg zukünftig im Sinne umfassender regionaler Wertschöpfung energetisch zusammen zu arbeiten.

Die Resonanz bei den Besuchern war sehr groß. So wurde beschlossen, am 21.10.2013 eine zweite Veranstaltung zu organisieren. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und es werden einige nette energetische Höhepunkte zusätzlich vorbereitet.

Innendämmung – Chancen und Möglichkeiten

Wie bereits im Beitrag angedeutet, wollen die BBIK und die Handwerkskammer Potsdam gemeinsam Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote anbieten.

Der Aspekt, die Energiewende ist ein komplexes Thema, ergeben Anforderungen an beide Seiten. Ingenieure müssen wissen, was machen Handwerker - Handwerker, müssen wissen, was tun die Ingenieure.

So startete am 16.05.2013 in Götz die erste gemeinsame Veranstaltung. Thema war die mineralische Innendämmung der Firma Xella GmbH.

Der zweistündige Vortrag zum Thema „Innendämmung – Chancen und Möglichkeiten“ von Herrn Grigori, Xella GmbH, wurde begleitet von praktischen Vorführungen.

Dass das Thema von großem Interesse bei unseren Mitgliedern war, spiegelt sich in den Anmeldungen wieder. Von den 100 Anmeldungen nahmen 75 Brandenburger Ingenieure an der Veranstaltung teil. In Absprache mit der Kammer erhielten alle Teilnehmer eine Zertifizierungsurkunde mit dem Hinweis, sich vier Punkte im Weiterbildungsnachweis eintragen zu können.

Abschließend möchte ich noch einen Gedanken äußern. Beim Schreiben dieses Beitrages kam mir der Gedanke für ein Thema zu einem folgenden Kammertag. „Baulicher Lärmschutz und Baubiologie – gleich aktiver Gesundheitsschutz und Bauhygiene“.


Stephan Thude
FS Nachhaltigkeit, Energie und Umwelt der BBIK
Projektmanager Bioenergie-Region-Ludwigsfelde

Energieeffizienzexperten

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