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Zukunft kommt von Herkunft

Diese erste Recherche brachte auch die Erkenntnis, dass hier erstmalig eine richtige Ingenieurausbildung erfolgte, die nicht nur einen reinen militärischen Hintergrund hat. Hier wurde lt. Stundentafel: Arithmetik, Mathematik, Geometrie, Zeichnen, Vermessung, Zivile Architektur, Hydraulik, Französische Sprache und ebenso die große Feldbefestigung mit Nivellement und Artillerie gelehrt. Ein sehr umfangreiches und anspruchsvolles Lehrprogramm für eine zweijährige Ausbildung. Wer diese Ausbildung erfolgreich abschloss, wurde Ingenieur-Offizier.

Mit der Preußischen Ingenieurakademie wurde erstmals ein Civil-Ingenieur ausgebildet und die Ingenieurausbildung auf eine höhere staatliche Ebene gehoben. Ingenieurausbildung gab es bis dahin nur für das Militär, dessen Ingenieurfähigkeiten in Friedenszeiten vom Staat für zivile Baumaßnahmen genutzt wurden. Nun gab es auch den Ingenieur für zivile Bauaufgaben. Das ist die Geburtsstunde des staatlich anerkannten Bauingenieurs, der durch einen kaiserlichen Erlass im Jahre 1899 mit der Einführung des Titels Diplomingenieur besiegelt wurde. Darauf aufbauend ist eine kontinuierliche Entwicklung des Ingenieurwesens in Preußen nachweisbar.

Die Ingenieurakademie wurde am Neuen Markt 1 in Potsdam untergebracht. Seitdem ist das Haus ohne Unterbrechung im Besitz des Staates und heute als Kabinetthaus in Potsdam bekannt. Die Ausbildungstätigkeit der Ingenieurakademie unterlag der Kriegstätigkeit Preußens und so gab es Jahrgänge, die mehrere Jahre lang in der Ausbildung waren.

Was kann man nun aus diesem historischen Schatz machen?

Nach einiger Abwägung entstand der Gedanke, daraus eine Festveranstaltung aus Anlass des nahenden 225. Stiftungstages am 15.4.2013 zu machen. Am 16.4.2013 fand die Festveranstaltung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen-Geschichte Potsdam statt.

Zu früher Stunde enthüllte Brandenburgs Minister Vogelsänger, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, am Haus der ehemaligen Ingenieurakademie, dem heutigen Kabinettshaus Potsdam, eine Gedenktafel. Diese weist auf das Gründungsdatum und dem damaligen Nutzen des Gebäudes als Ingenieurakademie hin. Anschließend wurden im Säulensaal des nahegelegenen Haus der Brandenburgisch-Preußischen-Geschichte vier Vorträge zur Entwicklung des Ingenieurwesens gehalten.

Mit einer solchen Würdigung möchte die Brandenburgische Ingenieurkammer öffentlich die führende Rolle des Ingenieurwesens im Land Brandenburg zeigen und das Geschichtsbewusstsein der Ingenieure auf ein neues Niveau heben.

Dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem, dem Landeskirchenarchiv Berlin Brandenburg und dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen-Geschichte ist es zu verdanken, dass in einem Glaskasten die Originale der Stiftungsurkunde der königlichen Ingenieurakademie vom 15.4.1788, die Kopie der Taufurkunde in der Phillip Chesé als Ingenieur am 2.12.1664 eingetragen wurde, die Abrechnungsurkunde vom 16.11.1807 von Direktor Rauch und der kaiserliche Erlass vom 11.10.1899 besichtigt werden konnten. 
Da die Stiftungsurkunde der königlichen Ingenieurakademie in Deutsch und handschriftlich ausgefertigt wurde, ist diese Urkunde für viele Menschen nicht lesbar. Daher wurde die Urkunde von der BBIK Seitengerecht transkribiert und zusammen mit den anderen Urkunden in einer Broschüre eingebunden, so dass sie von den Besuchern vor Ort gelesen werden konnte.

Zur Historie und der Entwicklung des Ingenieurwesens in Brandenburg stellen wir Ihnen eine ausführliche Dokumentationen zur Verfügung, welche Sie sich auch gern herunterladen können:

Klaus Haake
Vorstand BBIK

 

 

Energieeffizienzexperten

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