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Innenstadtbelebung und Klimawandel

„Zukunft Altstadtlust – Historische Stadtkerne im Wandel“ ist das diesjährige Thema der digitalen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg. Vertreterinnen und Vertreter aus den 31 Mitgliedsstädten tauschen sich über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für ihre Städte aus.

Bauminister Guido Beermann hat an der Tagung teilgenommen:
„Die Aufgaben für lebendige Städte sind vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie, der Herausforderungen durch den Klimawandel, der Anforderungen an die Digitalisierung und einer umweltfreundlichen Mobilität enorm. Nur gemeinsam können wir diese Zukunftsaufgaben bewältigen. Die Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischen Stadtkernen und die Städtenetze sind deshalb wichtige Partner für das Infrastrukturministerium. Es braucht neue und kreative Ideen und auch den Mut, Außergewöhnliches umzusetzen. Dafür brauchen wir auch die Beteiligung und Mitwirkung vieler Menschen vor Ort.“

In den Städten mit historischen Stadtkernen, die bislang größtenteils eine Unterstützung durch das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ erhielten und alle in das Bund-Länder-Programm „Lebendige Stadtzentren“ überführt wurden, tritt mit zunehmendem Sanierungsfortschritt vor allem die weitere Belebung der Altstädte in den Fokus. Aber auch die Anforderungen, die sich aus dem Klimawandel ergeben (z. B. energetische Sanierung, Verbesserungen beim Stadtgrün, Bewältigung von Ereignissen wie Starkregen und Hitzeperioden, gute Rahmenbedingungen für nachhaltige Mobilitätsformen), treten immer stärker ins Blickfeld kommunaler Aktivitäten. Der Einsatz der Städtebaufördermittel ist an diese Aufgaben anzupassen. Den besonderen Herausforderungen von Städten mit historischer Bausubstanz und Stadtstruktur wird dabei mit einem erhöhten Fördersatz von 80 Prozent Bund-Land-Mitteln Rechnung getragen.

Der „Standort“ Innenstadt und der Einzelhandel befinden sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Gerade in kleineren Städten und Städten mit besonderen demografischen Herausforderungen haben Handel und Dienstleistungen in den Stadtzentren schon lange einen schweren Stand. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch einmal verdeutlicht. Sie hat nun aber auch die Gastronomie und Kultur als weitere wichtige Träger einer lebendigen Innenstadt vor große Herausforderungen gestellt.

Die Wiederbelebung der Innenstädte gelingt nur mit einer Nutzungsvielfalt. Dazu gehören Angebote für Wohnen, Arbeiten, Daseinsvorsorge, Kultur und Freizeit.

Das Land unterstützt die Entwicklung der Innenstädte seit vielen Jahren intensiv. Die Innenstädte stellen für das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung die zentrale Stadtentwicklungsaufgabe dar.

Viele der heute sichtbaren Erfolge waren nur möglich, weil Brandenburg seit 30 Jahren von der Städtebauförderung profitiert. Seit 1991 wurden die brandenburgischen Kommunen mit über 3,6 Milliarden Euro aus den Bundes- und Landesprogrammen sowie den Landesbauprogrammen der 1990er Jahre unterstützt. Davon ist mit über 1,5 Milliarden Euro ein sehr großer Teil (42 Prozent) in die 31 Städte der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen geflossen.

Mit dem "Bündnis für lebendige Innenstädte in Brandenburg" wurde im April dieses Jahres eine landesweite Allianz geschlossen, die sich für die Entwicklung der Innenstädte als lebendige, vielfältige und unverwechselbare Kerne der Städte einsetzt und hierbei partnerschaftlich zusammenarbeitet. Daran wirken die drei Industrie- und Handelskammern, der Handelsverband Berlin-Brandenburg, der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, der Städte- und Gemeindebund sowie das Städteforum als Vertreter der Städte mit. Dieses Bündnis kann kein „Soforthilfeprogramm“ sein, sondern nimmt die mittel- und langfristigen Perspektiven der Innenstädte in den Blick. Es bietet den Raum für einen intensiven und kontinuierlichen Fachaustausch zwischen den Bündnispartnern. Es soll zugleich aber auch den Wissenstransfer für die Praxis befördern. Dies erfolgt unter anderem über einen gemeinsamen landesweiten Innenstadtwettbewerb, der ab 2022 alle zwei Jahre durchgeführt wird. Bereits in diesem Jahr wird es ein Veranstaltungs- bzw. Fachprogramm geben.

Mit der Landesinitiative „Meine Stadt der Zukunft“ will das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung die Städte in Brandenburg fit für die Zukunft und damit für den Standortwettbewerb machen. Mit Bad Belzig, Herzberg, Neuruppin und Perleberg sind auch Städte aus der Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischen Stadtkernen dabei. Neben der Entwicklung und Erprobung innovativer und zukunftsorientierter Ansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Form von Modellvorhaben ist der Wissenstransfer und der fachliche Austausch zu den Zukunftsthemen wie Klimaanpassung, Digitalisierung, Mobilitätswende und der Entwicklung vitaler Innenstädte und Quartiere mit allen Städten des Landes sehr wichtig.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung

©wolfgang65 | pixabay.com
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