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Potsdamer "Moschee" - Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst

Anlässlich der feierlichen Tafelenthüllung erläuterte Matthias Krebs, Präsident der BBIK, die Herausforderungen, vor der die Ingenieure Mitte des 19. Jahrhunderts standen. „Die Fontänenanlage in den königlichen Gärten sollte über eine insgesamt 1,8 Kilometer lange Druckleitung mit dem Wasser der Havel versorgt werden. Hierzu wurde sich einer, von einem Ingenieur erfundenen Pumpe bedient, deren neuartige Technik Einzug in ein architektonisch extravagantes bis heute bedeutendes Gebäude in Potsdam Einzug hielt. Das ganze Vorhaben war zu seiner Zeit eine technische Sensation und zeugt noch heute von der kreativen Vielfalt in der Leistungspalette der Ingenieure.“

Auch Dr. Heinz Berg, Direktor der Generalverwaltung und Ständiger Vertreter des Generaldirektors, SPSG würdigte das Dampfmaschinenhaus als eines der reizvollsten Bauwerke in Potsdam. Am 23. Oktober 1842 ließ hier August Borsigs 81,4 PS starke Dampfmaschine die Fontäne vor dem Schloss Sanssouci erstmals auf erstaunliche 38 Meter Höhe steigen. „Für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist es eine besondere Freude, dass das Dampfmaschinenhaus genau 175 Jahre nach diesem Ereignis als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland ausgezeichnet wird. Die ‚Moschee‘ ist ein Beispiel dafür, dass in den Schlössern und Gärten nicht nur einzigartige Denkmale der Kunst und Architektur, sondern auch imposante Zeugnisse der Technikgeschichte erhalten geblieben sind“, sagte Dr. Heinz Berg.

Jann Jakobs, Oberbürgermeister der Stadt Potsdam zeigte sich ebenfalls erfreut über die Ehrung. „Die Landeshauptstadt Potsdam differenzierter wahrzunehmen, ist schon lange ein kommunales Anliegen. Dass es nun so sympathisch auf diese Art und Weise passiert, erfreut uns sehr. Die Dampfmaschine von August Borsig ist zweifellos ein herausragendes Denkmal der Ingenieurskunst. Dass nun diese herausragende Wasserpumpanlage als Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst herausgestellt wird, belegt, dass technisches Erfordernis und Kunst sehr wohl miteinander eine Einheit eingehen können und vor allem über einen Zeitraum von 175 Jahren immer wieder Menschen zu faszinieren vermag.“

Prof. Dr. Andreas Kahlow, Fachhochschule Potsdam, unterstrich mit seinem Fachvortrag die technischen Besonderheiten des Dampfmaschinenhauses.

Abschließend betonte Hans-Ullrich Kammeyer, Präsident der Bundesingenieurkammer, die Wichtigkeit der Auszeichnung. „Wir freuen uns, dass wir zeitgleich mit der Würdigung des einzigartigen Dampfmaschinenhauses in Potsdam zehn Jahre ‚Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland‘ feiern können. Das sind zehn Jahre, in denen wir einige der bedeutendsten Leistungen vergangener Ingenieur-Generationen ausgezeichnet haben. Mit diesen Auszeichnungen schauen wir jedoch nicht nur zurück. Gleichzeitig möchten wir für den wunderbaren Ingenieurberuf werben, damit auch zukünftig bemerkenswerte Werke der Ingenieurbaukunst entstehen.“


Publikationen und Filmbeiträge

Seit 2007 erhielten 21 Bauwerke eine solche Auszeichnung. Eine eigens hierzu herausgebrachte Schriftenreihe portraitiert alle ausgezeichneten Bauwerke. Diese können Sie über die Bundesingenieurkammer unter info@bingk.de bestellten.
Auch zur Auszeichnung des Dampfmaschinenhauses in Potsdam ist begleitend eine Publikation in die Schriftenreihe "Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland" mit dem Titel "Das Pumpwerk für die Fontänen von Sanssouci" erschienen. Autor ist Andreas Kahlow. Die Broschüre können Sie über die Bundesingenieurkammer unter info@bingk.de bestellen. Eine Übersicht zu allen bisher ausgezeichneten Bauwerken erhalten Sie unter "Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst" >

Die Bundesingenieurkammer brachte im Rahmen des Jubiläums "10 Jahre Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland" am 19.10.2017 einen Filmbeitrag heraus, welcher einen Überblick zu den bisherigen 21 ausgezeichneten Bauwerken schafft. Der Film vermittelt die herausragenden Ingenieurleistungen der einzelnen Bauwerke in Deutschland und verdeutlicht, wer die Zukunft gestalten will, muss auch die Geschichte kennen.

Impressionen der Auszeichnung

 

 

 

 

 



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