Energetische Ertüchtigung von Baudenkmälern: Hinweise für Planende und Eigentümer
Die steigenden Energiepreise und der wachsende Fokus auf Ressourcenschonung machen die energetische Ertüchtigung von Bestandsgebäuden zunehmend relevant – auch für denkmalgeschützte Bauten. Die Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern (VdL) hat 2022 das Arbeitsheft 03: Energetische Ertüchtigung am Baudenkmal veröffentlicht.
Die 50-seitige Publikation liefert praxisnahe Hinweise zur Umsetzung von Energiesparmaßnahmen unter Berücksichtigung der besonderen Anforderungen geschützter Architektur. Das Arbeitsheft richtet sich an Planende, Fachfirmen und Eigentümer*innen und vermittelt Strategien für unterschiedliche Maßnahmen, die von einfachen Energieeinsparungen über anlagentechnische Optimierungen bis zu komplexeren baulichen Eingriffen reichen. Auch Gebäude in Denkmalbereichen oder besonders erhaltenswerte Substanz sind in den Empfehlungen berücksichtigt.
Thematische Schwerpunkte
Die Publikation ist in mehrere zentrale Bereiche gegliedert:
- Denkmalpflege und Ressourcenschonung: Strategien zur Erhaltung historischer Substanz und gleichzeitigen Energieeinsparungen.
- Vermeidung von Energieverlusten ohne bauliche Eingriffe: Nutzung von einfachen Mitteln wie Abdichtungen, Anstrichen oder inneren Schutzsystemen.
- Vorbereitende Maßnahmen und Konzepterstellung: Untersuchung der Bausubstanz, Analyse von Baumaterialien, architektonischen Details und Bauphysik.
- Technische Gebäudeausrüstung: Optimierung von Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Beleuchtung.
- Bauliche Maßnahmen: Effizienzsteigerungen bei Außenwänden, Fenstern, Türen, Decken, Böden und Dach.
- Verfahrenshinweise: Ablaufschemata, Erlaubnisverfahren, Fördermöglichkeiten und steuerliche Abschreibung.
Ein zentrales Element ist die Abwägung zwischen Denkmalschutz und Energieeffizienz. Denkmalgeschützte Gebäude unterliegen nicht zwingend den gleichen gesetzlichen Vorgaben wie Neubauten. § 105 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ermöglicht Abweichungen, die speziell für Baudenkmäler oder besonders erhaltenswerte Bausubstanz vorgesehen sind.
Praxisnahe Umsetzung
Für eine erfolgreiche energetische Ertüchtigung ist eine individuelle Planung entscheidend. Vor Beginn der Maßnahmen sollten das Erscheinungsbild des Baudenkmals, die bauphysikalischen Eigenschaften der Konstruktion sowie die historischen Baumaterialien analysiert werden. Fachlich qualifizierte Planende und Handwerksfirmen gewährleisten, dass die Ertüchtigung die historische Substanz erhält und langfristig schadensfrei bleibt.
Das Arbeitsheft 03 der VdL bietet eine praxisorientierte Arbeitshilfe, die Planende und Eigentümer*innen bei der Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen unterstützt, ohne den Charakter denkmalgeschützter Gebäude zu beeinträchtigen. Die Publikation kann kostenlos als PDF über die Webseite der Vereinigung der Denkmalfachämter heruntergeladen werden.
