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Holzbalkendecken im Bestand fachgerecht instandsetzen und schützen

Holzbalkendecken prägen einen großen Teil des Gebäudebestands in Deutschland, insbesondere bei Wohn- und Zweckbauten, die bis in die 1950er Jahre errichtet wurden. Ein zentrales Schadensrisiko dieser Konstruktionen liegt im Bereich der Balkenköpfe. Diese lagern häufig in Außenwänden und sind dort erhöhten Feuchtebeanspruchungen ausgesetzt. Das kostenfreie WTA-Merkblatt E-8-14-25/D „Holzbalkendecken-Instandsetzung nach WTA. Teil II: Feuchteschutz von Balkenköpfen“ bietet Planenden und Ausführenden eine fundierte fachliche Orientierung für den sachgerechten Umgang mit dieser sensiblen Baukonstruktion.

Bedeutung der Balkenköpfe für die Dauerhaftigkeit von Holzbalkendecken

Balkenköpfe übernehmen eine tragende Funktion und sind zugleich bauphysikalisch besonders beansprucht. Schlagregen, Undichtigkeiten in der Fassade, kapillar aufsteigende Feuchte oder Tauwasserbildung können langfristig zu Holzfeuchtezunahme und damit zu mikrobiellen Schäden führen. In der Praxis zeigen sich häufig Fäulnis, Insektenbefall oder Querschnittsschwächungen, die die Standsicherheit beeinträchtigen können.

Besonders relevant ist das Thema im Zusammenhang mit energetischen Sanierungen. Nachträgliche Wärmedämmmaßnahmen verändern das Temperatur- und Feuchteverhalten von Außenwänden. Dadurch können sich neue Randbedingungen für bestehende Balkenköpfe ergeben, die bei Planung und Ausführung berücksichtigt werden müssen.

Strukturierte Hilfestellung für Planung und Bewertung

Das WTA-Merkblatt legt einen klaren Schwerpunkt auf die bauphysikalische Beurteilung von Balkenköpfen im Bestand. Es richtet sich an Ingenieurinnen und Ingenieure, Architektinnen und Architekten sowie weitere Fachplanende, die mit der Instandsetzung historischer oder älterer Gebäude befasst sind.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die systematische Bestandsaufnahme. Diese bildet die Grundlage für jede fachgerechte Planung und umfasst unter anderem die Erfassung der vorhandenen Konstruktion, der Materialien, der Feuchteverhältnisse sowie möglicher Vorschädigungen. Ergänzend werden typische Konstruktionsarten von Holzbalkendecken dargestellt und hinsichtlich ihres Feuchterisikos bewertet.

Schadensursachen erkennen und bewerten

Das Merkblatt beschreibt häufige Schadensbilder und deren Ursachen. Dazu zählen konstruktive Schwächen, fehlende oder unzureichende Feuchtesperren, geänderte Nutzungsbedingungen oder bauphysikalisch ungünstige Sanierungsmaßnahmen aus der Vergangenheit. Die differenzierte Betrachtung hilft, zwischen aktivem Schadensgeschehen und historischen, heute nicht mehr wirksamen Einflüssen zu unterscheiden.

Auf dieser Basis können geeignete Instandsetzungsstrategien entwickelt werden, die sowohl den Erhalt der Konstruktion als auch die heutigen Anforderungen an Nutzung, Energieeffizienz und Sicherheit berücksichtigen.

Instandsetzungsmaßnahmen praxisnah dargestellt

Ein weiterer Schwerpunkt des Merkblatts liegt auf der Beschreibung möglicher Instandsetzungsmaßnahmen. Dabei werden sowohl konstruktive Lösungen von innen als auch von außen erläutert. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung des Feuchteschutzes, die gezielte Anordnung von Sperrschichten sowie der Einsatz geeigneter Holzarten oder chemischer Holzschutzmittel, sofern diese fachlich begründet sind.

Darüber hinaus werden begleitende Aspekte wie Schall- und Brandschutz berücksichtigt. Diese spielen insbesondere bei Nutzungsänderungen oder bei der Umnutzung von Bestandsgebäuden eine wichtige Rolle und müssen in ein ganzheitliches Sanierungskonzept integriert werden.

Auswirkungen energetischer Maßnahmen auf Balkenköpfe

Ein eigenes Kapitel widmet sich den Auswirkungen verschiedener Wärmedämmmaßnahmen. Unterschieden werden Außendämmung, Kern- oder Zwischendämmung sowie Innendämmung. Jede dieser Maßnahmen beeinflusst den Feuchtehaushalt der Außenwand und damit auch die Randbedingungen für die Balkenköpfe.

Das Merkblatt zeigt auf, welche Risiken sich aus den jeweiligen Dämmvarianten ergeben können und wie diesen planerisch begegnet werden kann. Ziel ist es, Feuchteschäden zu vermeiden und gleichzeitig energetische Anforderungen umzusetzen, ohne die Dauerhaftigkeit der Holzkonstruktion zu gefährden.

Fachliche Unterstützung für die Planungspraxis

Mit dem WTA-Merkblatt E-8-14-25/D steht ein praxisorientiertes und zugleich wissenschaftlich fundiertes Dokument zur Verfügung, das die Planung und Bewertung von Instandsetzungsmaßnahmen an Holzbalkendecken unterstützt. Für Ingenieurinnen und Ingenieure bietet es eine wertvolle Arbeitshilfe, um bestehende Konstruktionen sachgerecht zu beurteilen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Gerade im Spannungsfeld zwischen Bestandserhalt, Feuchteschutz und energetischer Sanierung liefert das Merkblatt eine wichtige Grundlage für qualitätsvolle und dauerhafte Bauprojekte.

>> Hier geht es zum Download

©WTA für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.
©WTA für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.

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