Klimaresiliente Straßenräume und Plätze im Fokus des Deutschen Verkehrsplanungspreises 2026
Die Anpassung von Straßenräumen und öffentlichen Plätzen an die Folgen des Klimawandels ist eine zentrale Aufgabe für Kommunen, Planungsbüros und Ingenieurwesen. Mit dem Deutschen Verkehrsplanungspreis 2026 rücken die Vereinigung für Stadt, Regional und Landesplanung und der ökologische Verkehrsclub VCD dieses Thema in den Mittelpunkt. Das diesjährige Motto lautet „Klimaresiliente Straßenräume und Plätze für alle“.
Bereits zum neunten Mal wird der Preis ausgelobt, unterstützt vom Deutschen Städtetag. Gesucht werden realisierte oder beschlossene Projekte der vergangenen fünf Jahre, die im Planungs und Umsetzungsprozess weit fortgeschritten sind. Im Fokus stehen Vorhaben, die öffentliche Räume so weiterentwickeln, dass sie sowohl klimaangepasst als auch verkehrlich und sozial zukunftsfähig sind.
Klimaresilienz als integrative Planungsaufgabe
Klimaresilienz im Straßenraum bedeutet mehr als die Integration von Stadtgrün oder Regenwassermanagement. Gefragt sind robuste, mehrfach nutzbare Strukturen, die mit begrenzten Flächenressourcen effizient umgehen. Dazu zählen beispielsweise hitzemindernde Maßnahmen durch Verschattung und Verdunstung, wassersensible Gestaltung zur Aufnahme von Starkregen sowie flexible Verkehrsflächen, die unterschiedliche Mobilitätsformen berücksichtigen.
Für Ingenieurinnen und Ingenieure ergeben sich daraus komplexe Anforderungen an Entwurf, Bemessung und Ausführung. Technische Lösungen müssen mit städtebaulichen, freiraumplanerischen und verkehrlichen Konzepten verzahnt werden. Gleichzeitig sind Aspekte der Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität integraler Bestandteil einer ganzheitlichen Planung.
Integration in Quartier und Gesamtstrategie
Ein wesentliches Bewertungskriterium des Verkehrsplanungspreises ist die Einbindung in den räumlichen Kontext. Projekte sollen nicht isoliert betrachtet werden, sondern angrenzende Bebauung, benachbarte Straßenzüge und das umgebende Quartier einbeziehen. Idealerweise sind sie Bestandteil einer übergeordneten kommunalen Strategie zur Klimaanpassung und Mobilitätswende.
Gerade hier zeigt sich die Bedeutung einer frühzeitigen interdisziplinären Zusammenarbeit. Verkehrsplanung, Stadtplanung, Siedlungswasserwirtschaft, Tragwerksplanung und Freiraumplanung müssen koordiniert zusammenwirken. Für kommunale Auftraggeber ist zudem eine tragfähige Beteiligungsstruktur entscheidend, um Akzeptanz und langfristige Nutzbarkeit sicherzustellen.
Relevanz für Brandenburg
Auch in Brandenburg stehen Städte und Gemeinden vor der Aufgabe, Straßenräume klimaresilient umzubauen. Zunehmende Hitzeperioden, längere Trockenphasen und Starkregenereignisse erfordern angepasste technische Lösungen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an sicheren und attraktiven Räumen für Fuß und Radverkehr sowie für den öffentlichen Verkehr.
Der Deutsche Verkehrsplanungspreis 2026 bietet Kommunen die Möglichkeit, innovative Projekte sichtbar zu machen und fachliche Impulse aufzunehmen. Für Ingenieurwesen eröffnet sich ein Forum, um integrative Planungsansätze zu präsentieren und weiterzuentwickeln.
Die Brandenburgische Ingenieurkammer begrüßt Initiativen, die eine qualitätsvolle, nachhaltige und technisch fundierte Planungskultur stärken. Klimaresiliente Straßenräume sind kein Sonderthema, sondern ein Kernbestandteil zukunftsfähiger Infrastrukturplanung.
Weitere Informationen zur Auslobung und zu den Teilnahmebedingungen sind bei der SRL erhältlich.
