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Marktüberwachung harmonisierter Bauprodukte in Deutschland 2026

Die Bauministerkonferenz und die Verkehrsministerkonferenz haben gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) die Durchführungsfestlegungen für die Marktüberwachung harmonisierter Bauprodukte für das Jahr 2026 veröffentlicht.

Ziel ist es, die Sicherheit, Qualität und Konformität von Bauprodukten auf dem deutschen Markt sicherzustellen und den fairen Wettbewerb innerhalb der EU zu fördern.

Ziele der Marktüberwachung

Die Marktüberwachung orientiert sich an den Vorgaben der EU-Verordnung 2019/1020. Sie verfolgt insbesondere:

  • die Sicherstellung eines funktionierenden Binnenmarktes und fairer Wettbewerbsbedingungen,
  • die Gewährleistung, dass nur konforme Bauprodukte bereitgestellt werden, die gesetzliche Anforderungen erfüllen und öffentliche Interessen wie Gesundheit, Sicherheit, Verbraucher- und Umweltschutz berücksichtigen,
  • die Erhöhung der Bauwerksicherheit durch das Fernhalten nichtkonformer Produkte vom Markt,
  • die Stärkung des Vertrauens in die CE-Kennzeichnung.

Risikobasierte Überprüfungen

Die Marktüberwachungsbehörden führen Kontrollen nach einem risikobasierten Ansatz durch, um den Aufwand für Hersteller und Handel zu begrenzen. Schwerpunkte sind die Identifikation materieller Nichtkonformitäten, die potenziell Sicherheitsrisiken bergen oder nachgeahmte Produkte betreffen. Gleichzeitig werden formale Nichtkonformitäten überprüft und beseitigt.

Rechtsgrundlagen

Die Marktüberwachung stützt sich auf die folgenden europäischen Verordnungen:

  • Verordnung (EU) Nr. 305/2011 – Bauproduktenverordnung 2011,
  • Verordnung (EU) 2024/3110 – Bauproduktenverordnung 2024,
  • Verordnung (EU) 2019/1020 – Marktüberwachungsverordnung.

Schwerpunktbereiche 2026

Im Jahr 2026 liegt der Fokus der Kontrollen auf Bauprodukten aus verschiedenen Bereichen. Dazu gehören unter anderem:

  • Türen, Fenster, Tore und Beschläge (EN 12209, EN 13561, EN 13659)
  • Wärmedämmstoffe wie extrudierter Polystyrolschaum (XPS) (EN 13164)
  • Gipsprodukte für Unterkonstruktionen und Befestigungen (EN 13963, EN 14195, EN 14566)
  • Straßenausstattungen, z. B. Lärmschutzeinrichtungen (EN 14388)
  • Zement, Baukalk und hydraulische Binder (EN 197-1)
  • Bodenbeläge aus Holz und Parkett (EN 14342)
  • Wand- und Deckenbekleidungen aus Massivholz (EN 14915)
  • Dachprodukte wie Dachziegel, Dachsteine und Schiefer (EN 490, EN 1304, EN 12326-1)
  • Nicht für Trinkwasser bestimmte Rohrsysteme (EN 279-1, -4 bis -7)
  • Flachglas und Mehrscheiben-Isolierglas (EN 1279-5)
  • Dichtungsmassen für Fugen und Verbindungen (EN 15651)

Die Marktüberwachungsbehörden prüfen die Produkte anhand der bereitgestellten Unterlagen, physischer Stichproben und Laborprüfungen. Ziel ist es, die Konformität der Produkte sicherzustellen und den Markt von nicht zulässigen Bauprodukten zu bereinigen.

Die Marktüberwachung harmonisierter Bauprodukte ist ein wesentlicher Bestandteil der Bauqualität und Sicherheit in Deutschland. Ingenieur:innen, Hersteller und Handel profitieren von klaren Vorgaben, einem verlässlichen Marktumfeld und gestärktem Vertrauen in die Konformität von Bauprodukten. Die Veröffentlichung der Festlegungen 2026 durch DIBt und die zuständigen Ministerien bietet die Grundlage für eine transparente und zielgerichtete Kontrolle von Bauprodukten auf dem deutschen Markt.

Weitere Informationen und die vollständige Publikation stehen kostenfrei auf der Webseite des DIBt zur Verfügung: www.dibt.de.

© Mazur Travel | AdobeStock
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