Muster Richtlinie MHolzBauRL | Anforderungen an den Brandschutz im mehrgeschossigen Holzbau
Mit der aktuellsten Fassung der Muster Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile und Außenwandbekleidungen in Holzbauweise MHolzBauRL liegt seit Mai 2025 eine fortgeschriebene Grundlage für den Brandschutz im mehrgeschossigen Holzbau vor.
Die Richtlinie konkretisiert die Anforderungen des § 26 der Musterbauordnung und schafft einen klaren Rahmen für Abweichungen bei Gebäuden in Holzbauweise.
Beschlossen wurde die Fassung 2024 durch die Bauministerkonferenz. Sie kann dort angewendet werden, wo die jeweiligen Landesbauordnungen dies zulassen. Für Planende, Prüfende und Ausführende im Bereich des Holzbaus bietet die Richtlinie damit eine verlässliche Orientierung für genehmigungsfähige Lösungen.
Anwendungsbereich und Zielsetzung
Die MHolzBauRL richtet sich an Gebäude der Gebäudeklassen 4 und 5. Sie erfasst insbesondere
- Holztafelbauweisen
- Holzmassivbauweisen
- Außenwandbekleidungen aus Holz und Holzwerkstoffen
Ziel ist es, das mehrgeschossige Bauen mit Holz unter Einhaltung eines angemessenen Brandschutzniveaus zu ermöglichen. Die Richtlinie trägt damit der wachsenden Bedeutung des Holzbaus im urbanen Kontext Rechnung und unterstützt eine materialgerechte und rechtssichere Planung.
Einleitend werden Anwendungsbereich und Begriffe definiert. Darauf aufbauend formuliert die Richtlinie Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen. Für die Praxis sind insbesondere die tabellarischen Festlegungen und Konstruktionshinweise von Bedeutung.
Feuerwiderstandsfähige Bauteile in Holzbauweise
Kapitel 4 enthält konkrete Anforderungen an feuerwiderstandsfähige Bauteile. Tabellen regeln unter anderem die Abstände von Befestigungsmitteln für Gipsplatten als brandschutztechnische Bekleidung. Diese Details sind für die Ausführungsplanung entscheidend, da sie unmittelbaren Einfluss auf den nachzuweisenden Feuerwiderstand haben.
Für Ingenieurinnen und Ingenieure bedeutet dies eine erhöhte Planungssicherheit, sofern die konstruktiven Randbedingungen konsequent berücksichtigt werden. Abweichungen erfordern in der Regel objektbezogene Nachweise.
Installationen und Leitungsführungen
Kapitel 6 widmet sich den Installationen in Bauteilen nach dieser Richtlinie. Die Führung von Leitungsanlagen wird anhand von Prinzipskizzen, etwa für Fußbodenaufbauten oder Holztafelbauwände, erläutert.
Gerade bei mehrgeschossigen Holzbauten kommt der fachgerechten Integration von Leitungsanlagen eine besondere Bedeutung zu. Durchdringungen, Abschottungen und Anschlüsse müssen so geplant werden, dass der geforderte Feuerwiderstand der Bauteile nicht beeinträchtigt wird. Die Richtlinie bietet hierfür systematische Vorgaben.
Hinterlüftete Außenwandbekleidungen und Brandsperren
Kapitel 7 behandelt hinterlüftete Außenwandbekleidungen aus Holz und Holzwerkstoffen bei Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5. Im Fokus stehen die Ausbildung und Anordnung von Brandsperren.
Die konstruktive Durchbildung dieser Details ist für die Begrenzung einer Brandweiterleitung in der Hinterlüftungsebene wesentlich. Die Richtlinie beschreibt hierzu Anforderungen, die in der Ausführungsplanung frühzeitig berücksichtigt werden sollten.
Nachweise und konstruktive Details in den Anhängen
Anhang 1 regelt den Nachweis der Feuerwiderstandsdauer und der Brandschutzbekleidung. Für die Tragwerksplanung und den bautechnischen Nachweis ergeben sich hieraus konkrete Anforderungen an Bemessung und Dokumentation.
Die Anhänge 2 und 3 behandeln Deckenbauteile, Bauteilanschlüsse und Fugen. Diese Details sind insbesondere im Hinblick auf die Durchgängigkeit des Brandschutzkonzepts relevant. Anschlüsse und Fugen stellen häufig sensible Bereiche dar, in denen Ausführungsfehler gravierende Auswirkungen haben können.
Verfügbarkeit und Anwendbarkeit
Die 31 Seiten umfassende Richtlinie steht auf der Website des Deutsches Institut für Bautechnik als kostenfreier Download zur Verfügung.
Eine Übersicht zur Anwendbarkeit der MHolzBauRL 2024 in den Bundesländern wurde im Dezember 2025 vom Holzbau Deutschland Institut veröffentlicht. Diese Übersicht unterstützt Planende bei der Einordnung, ob und in welchem Umfang die Richtlinie im jeweiligen Bundesland eingeführt ist.
Die aktuelle Fassung der MHolzBauRL stellt einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung des mehrgeschossigen Holzbaus dar. Für die Planungspraxis bedeutet dies:
- klar strukturierte brandschutztechnische Anforderungen
- tabellarische und konstruktive Hilfestellungen für die Ausführung
- verbesserte Nachvollziehbarkeit gegenüber Genehmigungsbehörden
Gerade im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Sicherheit ist eine präzise brandschutztechnische Regelung unverzichtbar. Die MHolzBauRL schafft hierfür eine fachlich fundierte Grundlage und unterstützt eine qualitätsgesicherte Umsetzung anspruchsvoller Holzbauprojekte.
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