Tageslichtplanung in Innenräumen rechtssicher und normgerecht umsetzen
Die Planung der Tageslichtbeleuchtung gehört zu den anspruchsvollen Aufgaben im Hochbau. Sie berührt nicht nur gestalterische Aspekte, sondern auch bauordnungsrechtliche, arbeitsrechtliche und normative Anforderungen. Für Ingenieurinnen und Ingenieure sowie andere Planende ergibt sich daraus ein komplexes Regelwerk, das in der Praxis nicht immer eindeutig zu interpretieren ist.
Rechtliche und normative Grundlagen der Tageslichtplanung
Anforderungen an die Tageslichtversorgung von Innenräumen ergeben sich aus verschiedenen Regelungsebenen. Neben dem jeweiligen Landesbaurecht spielen insbesondere das Arbeitsstättenrecht und die zugehörigen Technischen Regeln eine Rolle. Ergänzt werden diese Vorgaben durch Normen, allen voran die europäische Norm DIN EN 17037 Tageslicht in Gebäuden sowie die nationale DIN 5034-1 Tageslicht in Innenräumen.
Diese Regelwerke definieren Kriterien und Mindestanforderungen unter anderem zur erforderlichen Helligkeit, zur Qualität der Tageslichtversorgung und zur visuellen Verbindung nach außen. In der praktischen Anwendung zeigen sich jedoch Überschneidungen, unterschiedliche Zielsetzungen und zum Teil auch widersprüchliche Anforderungen.
Herausforderungen für die Planungspraxis
Für Planende bedeutet diese Vielfalt an Vorgaben eine erhöhte Verantwortung. Tageslichtplanung ist nicht auf einzelne Kennwerte reduzierbar, sondern erfordert eine ganzheitliche Betrachtung. Neben dem Tageslichtniveau sind auch Sichtverbindungen, Besonnungsdauer und der Schutz vor Blendung zu berücksichtigen. Gleichzeitig müssen die jeweiligen rechtlichen Verpflichtungen eingehalten und im Planungsprozess nachvollziehbar dokumentiert werden.
Gerade bei komplexen Gebäuden oder Nutzungen mit besonderen Anforderungen, etwa Arbeitsstätten, Schulen oder Verwaltungsbauten, kann es schwierig sein, alle Regelungen konsistent umzusetzen. Eine systematische Einordnung der relevanten Vorschriften ist daher von großem Nutzen.
Planungshinweise als Orientierungshilfe
Vor diesem Hintergrund bietet die 53. Publikation der Deutschen Gesellschaft für LichtTechnik und LichtGestaltung eine praxisnahe Unterstützung. Unter dem Titel Planungshinweise zur Innenraumbeleuchtung mit Tageslicht im Kontext staatlicher Regelwerke und normativer Kriterien werden die maßgeblichen Anforderungen auf kompaktem Umfang zusammengeführt und verständlich erläutert.
Die Publikation ordnet die Regelungen aus Baurecht, Arbeitsstättenrecht und Normung ein, zeigt typische Konfliktfelder auf und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für die Planung. Autor ist Roman A. Jakobiak, Architekt und Prüfsachverständiger für energetische Gebäudeplanung, der zudem in mehreren DIN-Fachnormenausschüssen zum Thema Licht in Gebäuden mitwirkt.
Besonders hilfreich ist die klare Darstellung der Planungsziele und Pflichten, die sich aus den unterschiedlichen Regelwerken ergeben. Ein ergänzendes Literaturverzeichnis erleichtert die vertiefende Recherche in Normen und Fachveröffentlichungen.
Für Ingenieurinnen und Ingenieure, die regelmäßig mit der Planung von Innenräumen befasst sind, bietet die Publikation damit eine fundierte Grundlage, um Tageslichtkonzepte rechtssicher, normgerecht und nachvollziehbar zu entwickeln. Der Leitfaden steht kostenfrei zum Download zur Verfügung und kann als kompakte Arbeitshilfe im Planungsalltag eingesetzt werden.
