Baukultur vor Ort
„Baukultur vor Ort“ ist eine Veranstaltungsreihe der Brandenburgischen Architektenkammer gemeinsam mit der Brandenburgischen Ingenieurkammer, in der Objekte von hoher baukultureller Qualität präsentiert und diskutiert werden – und zwar am Ort, an dem sie entstanden sind und ihre Wirkung entfalten
Bei den Objekten handelt es sich jeweils um die Projekte, die im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenen Brandenburgischen Baukulturpreises eine Auszeichnung erhielten und denen man sich im Nachgang nochmals etwas ausführlicher in eigenen Veranstaltungen, den sogenannten "Baukulturgesprächen vor Ort", widmet. Dazu findet mit den jeweiligen Auftaggebern und Auftragnehmern ein Podiumsgespräch mit Besichtigung der Bauwerke statt. Die Veranstaltungen sind öffentlich.
Im Zuge des Brandenburgischen Baukulturpreises 2025 finden dazu Veranstaltungen im Jahr 2026 an folgenden Orten statt:


21. Mai | 16:00 Uhr | 1. Gespräch Baukultur vor Ort | Die Eisenbahnüberführung Oder bei Küstrin
Beim ersten Gespräch steht der Hauptpreisträger des Brandenburgischen Baukulturpreises 2025, die Eisenbahnüberführung Oder bei Küstrin, im Fokus. Nach einem Spaziergang zur Brücke betrachten wir das Projekt im Detail im Festungsmuseum Kostrzyn an der Oder.
Die 266 Meter lange Brücke entstand in Kooperation zwischen Deutscher Bahn AG und PKP im Rahmen der Streckenerneuerung „Ostbahn“. Sie vereint eine 130 Meter lange zweigleisige Netzwerkbogenbrücke mit einer Vorlandbrücke, zeichnet sich durch filigrane Eleganz, harmonische Landschaftseinbindung und innovative Carbon-Zugglieder aus. Eine spezielle Verschubtechnik verkürzte die Bauzeit und schonte die Natur.

Juni | 2. Gespräch Baukultur vor Ort | LIF - Leben im Fläming Bad Belzig
Das 2. Gespräch "Baukultur vor Ort" stellt dasm Projekt “LIF - Leben im Fläming” Bad Belzig vor, dass im Rahmen des Brandenburgsichen Baukulturpreises 2025 mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Das Projekt „LIF – Leben im Fläming“ in Bad Belzig zeigt eine alternative Wohnform jenseits klassischer Einfamilienhaussiedlungen. Auf einem kompakten Grundstück entstehen geschickt angeordnete Wohn- und Gemeinschaftshäuser, die vielfältige Freiräume schaffen und zugleich einen sparsamen Umgang mit Fläche demonstrieren.
Grundlage des Quartiers ist ein stark ausgeprägter Gemeinschaftsgedanke, getragen von einer soziokratischen Organisationsstruktur, die Mitverantwortung und Teilhabe fördert. Die nachhaltige Holzbauweise, das zirkuläre Energiekonzept und der weitgehend fossilfreie Betrieb setzen ökologische Standards.
Flexible Wohnungsgrößen, großzügige Veranden und gemeinschaftlich finanzierte Häuser – teilweise offen für die Nachbarschaft – machen das Projekt zu einem robusten Modell für gemeinschaftliches und zukunftsorientiertes Wohnen. Die Besichtigung bietet Gelegenheit, dieses innovative Wohnkonzept vor Ort zu erleben.

September | 3. Gespräch Baukultur vor Ort | Umbau der Kuhdammbrücke Wustermark
Das 3. Gespräch "Baukultur vor Ort" widmete sich dem Umbau der Kuhdammbrücke Wustermark. Die Kuhdammbrücke in Wustermark wurde unerwartet schnell zu klein für den wachsenden LKW-Verkehr des Güterverkehrszentrums. Anstelle eines Ersatzneubaus entschieden sich Gemeinde und Ingenieure für einen innovativen Weiterbau: Die bestehende Stabbogenbrücke wurde mittig aufgetrennt, durch einen zusätzlichen Hohlkasten verbreitert und ihre Bögen gezielt verstärkt.
Dank präziser Planung und enger Zusammenarbeit konnte ein Großteil der vorhandenen Substanz erhalten bleiben, sodass nur wenig zusätzlicher Stahl und Beton erforderlich war. Die Lösung spart Ressourcen, ist kostengünstiger als ein Neubau und zeigt beispielhaft, wie nachhaltiges Weiterbauen auch im Infrastrukturbereich umgesetzt werden kann.
Für diese innovative Vorgehensweise erhielt das Projekt eine Anerkennung des Brandenburgischen Baukulturpreises 2025. Die Besichtigung bietet die Möglichkeit, das Projekt und seine Ingenieursleistungen vor Ort zu erleben.

Oktober | 4.Gespräch Baukultur vor Ort | Sanierung und Umbau Rathaus Frankfurt (Oder)
Das 4. Gespräch "Baukultur vor Ort" widmet sich der Sanierung und dem Umbau Rathaus Frankfurt (Oder), das mit einem Sonderpreis im Rahmen des Baukulturpreises 2025 ausgezeichnet wurde. Die Sanierung des historischen Rathauses Frankfurt (Oder) hat das bedeutende gotische Bauwerk zu einem offenen, einladenden Zentrum für Bürgerinnen und Bürger verwandelt. Während die Fassade seit Jahrhunderten das Stadtbild prägt, wurde das Innere behutsam von früheren Einbauten befreit und neu geordnet.
Das lichtdurchflutete Atrium, die stützenfreie Galerie und fein ausgearbeitete Holzelemente schaffen räumliche Großzügigkeit und eine besondere Atmosphäre. Die Gestaltung verbindet mittelalterliche Strukturen mit modernen Lösungen und macht die Baugeschichte wieder erlebbar.
Heute präsentiert sich das Rathaus als gastfreundlicher Ort für Stadtpolitik, Kultur und Begegnung – ein Haus, das Identität und Gemeinwesen stärkt. Die Besichtigung bietet die Gelegenheit, das außergewöhnliche Projekt vor Ort zu entdecken.
