Wettbewerb für klimaneutrale Quartiere in Brandenburg startet in die dritte Runde
Das Klimabündnis Stadtentwicklung Brandenburg hat erneut den Wettbewerb „CO₂ neutrales Quartier“ ausgelobt. Kommunen, Wohnungsunternehmen, Energieversorger sowie weitere Akteure sind eingeladen, integrierte Projekte und Konzepte für eine klimaneutrale Quartiersentwicklung einzureichen. Gesucht werden Vorhaben, die technische, städtebauliche und soziale Aspekte zusammenführen und gemeinsam umgesetzt werden.
Der Wettbewerb richtet sich an Projekte in Brandenburg, die konkrete Beiträge zur Klimaneutralität leisten und sich durch Kooperation, Umsetzbarkeit und Übertragbarkeit auszeichnen. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 30. September 2026.
Klimaneutrale Quartiere als zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung
Brandenburg verfolgt das Ziel, bis spätestens 2045 klimaneutral zu werden. Für die Bau und Ingenieurbranche bedeutet dies umfangreiche Transformationsprozesse im Gebäudebestand, in der Energieversorgung und in der kommunalen Infrastruktur.
Quartiere gelten dabei zunehmend als geeignete Ebene, um technische Systeme und städtebauliche Anforderungen zusammenzuführen. Hier können energetische Sanierung, erneuerbare Wärmeversorgung, nachhaltige Mobilität, Regenwassermanagement und Klimaanpassung koordiniert geplant werden.
Gerade für Ingenieurinnen und Ingenieure entstehen daraus neue Aufgabenfelder. Gefragt sind interdisziplinäre Lösungen, die technische Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und langfristige Betriebsfähigkeit verbinden. Neben klassischen Planungsleistungen gewinnen integrierte Konzepte, sektorübergreifende Zusammenarbeit und digitale Planungsmethoden weiter an Bedeutung.
Kooperation als Voraussetzung für erfolgreiche Transformation
Der Wettbewerb legt besonderen Wert auf gemeinschaftlich entwickelte Projekte. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Vorhaben, die von mindestens zwei Akteuren getragen werden. Dazu zählen beispielsweise Kommunen, Stadtwerke, Wohnungsunternehmen, Planungsbüros oder Forschungseinrichtungen.
Dieser Ansatz spiegelt die Realität vieler Transformationsprojekte wider. Klimaneutrale Quartiere entstehen selten durch Einzelmaßnahmen. Erfolgreiche Projekte benötigen abgestimmte Strategien zwischen Energieversorgung, Gebäudeplanung, Verkehr, Freiraumgestaltung und kommunaler Entwicklung.
Für die technische Umsetzung sind belastbare Planungsgrundlagen und langfristige Investitionssicherheit entscheidend. Insbesondere die Wärmewende stellt hohe Anforderungen an die Koordination von Infrastrukturmaßnahmen, Förderinstrumenten und gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Technische und planerische Lösungen im Fokus
Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen integrierte Vorhaben mit einem nachvollziehbaren Transformationspfad zur Emissionsreduktion. Eingereicht werden können sowohl Neubauprojekte als auch Maßnahmen im Bestand oder Kombinationen aus beiden Bereichen.
Zu den möglichen Bausteinen gehören unter anderem:
- energetische Sanierung von Wohn und Nichtwohngebäuden
- klimaneutrale Wärmeversorgung und Wärmenetze
- Nutzung erneuerbarer Energien
- nachhaltige Mobilitätskonzepte
- Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung
- ressourcenschonende Infrastrukturplanung
- digitale Steuerungs und Energiemanagementsysteme
Neben technischen Kriterien spielen auch soziale und wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Dazu zählen Bezahlbarkeit, Beteiligung der Nutzenden sowie die langfristige Nutzbarkeit der entwickelten Lösungen.
Wettbewerb schafft Sichtbarkeit für innovative Projekte
Der Wettbewerb soll beispielhafte Projekte in Brandenburg sichtbar machen und den fachlichen Austausch stärken. Prämiert werden unterschiedliche Entwicklungsstände. Neben bereits realisierten Vorhaben können auch Projekte in der Planung oder Umsetzung eingereicht werden.
Die ausgezeichneten Projekte erhalten öffentliche Aufmerksamkeit über Fachveranstaltungen, Medienbeiträge und Veröffentlichungen des Klimabündnisses. Darüber hinaus sollen die eingereichten Beispiele anderen Kommunen und Projektbeteiligten als Orientierung für eigene Vorhaben dienen.
Für Ingenieurinnen und Ingenieure bietet der Wettbewerb zugleich einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich klimaneutraler Quartiere und zeigt, welche technischen und organisatorischen Ansätze sich in der Praxis etablieren.
Bewerbung bis Ende September möglich
Die Bewerbungsfrist für den Wettbewerb „CO₂ neutrales Quartier 2026/27“ endet am 30. September 2026.
Initiatoren des Wettbewerbs sind das Klimabündnis Stadtentwicklung Brandenburg, das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg, die Landesgruppe Berlin Brandenburg des Verbands kommunaler Unternehmen sowie der BBU Verband Berlin Brandenburgischer Wohnungsunternehmen.
Weitere Informationen zu Teilnahmebedingungen und Einreichung finden sich auf der Website des Klimabündnisses: Klimabündnis Stadtentwicklung Brandenburg
