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BBIK ...denn Ingenieure bauen (d)eine Zukunft

Regionales Holz und klimafreundliche Lieferketten im Bauwesen

Der Einsatz von Holz im Bauwesen gewinnt im Kontext von Klimaschutz, Ressourcenschonung und nachhaltiger Beschaffung zunehmend an Bedeutung. Neben der Herkunft des Materials rücken dabei auch Transportwege und Lieferketten stärker in den Fokus von Planung, Ausschreibung und Ausführung. Ein Ansatz, der diese Aspekte systematisch zusammenführt, ist das internationale Umwelt- und Klimalabel Holz von Hier.

Die Initiative bietet eine praxisorientierte Orientierung für Bauherrschaften, Planende, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie ausführende Unternehmen, die Holzprodukte mit möglichst geringen Transportemissionen und nachvollziehbarer Herkunft einsetzen möchten.
Holz von Hier

Was bedeutet Holz von Hier

Holz von Hier ist ein Zertifizierungssystem, das Holzprodukte nach der Klimawirkung ihrer gesamten Lieferkette bewertet. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Frage, aus welchem Land ein Produkt stammt, sondern wie weit und unter welchen Bedingungen es transportiert wurde.

Ziel ist es, Holz aus möglichst regionalen und ressourcenschonenden Wertschöpfungsketten zu fördern. Dadurch sollen unnötige Transportemissionen vermieden und gleichzeitig regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden.

Das Label berücksichtigt unter anderem:

  • Herkunft der Rohstoffe
  • Transportentfernungen und Transportmittel
  • Verarbeitungsschritte entlang der Lieferkette
  • Nachweisführung und Kontrolle der Angaben

Relevanz für Ingenieurwesen und Baupraxis

Für Ingenieurinnen und Ingenieure im Bauwesen spielt die Wahl geeigneter Baustoffe eine zentrale Rolle in Planung, Ökobilanzierung und Ausschreibung. Holz als Baustoff wird häufig als klimafreundliche Alternative zu energieintensiven Materialien eingesetzt. Die tatsächliche Umweltwirkung hängt jedoch stark von der Lieferkette ab.

Hier setzt das Konzept von Holz von Hier an. Durch die Berücksichtigung von Transportwegen und regionaler Wertschöpfung kann die ökologische Bewertung von Bauprojekten präziser erfolgen.

Insbesondere in folgenden Bereichen gewinnt das Label an Bedeutung:

  • Nachhaltige öffentliche Beschaffung
  • Kommunale Bauprojekte
  • Holzbau und Ingenieurholzbau
  • Innenausbau und landschaftsbauliche Anwendungen
  • Nachweisführung in Nachhaltigkeitszertifizierungen von Gebäuden

Unterstützung bei der EU Deforestation Regulation

Ein weiterer relevanter Aspekt ist die europäische Regulierung zu entwaldungsfreien Lieferketten, die EU Deforestation Regulation (EUDR). Diese verpflichtet Unternehmen in der EU, die Herkunft bestimmter Rohstoffe nachvollziehbar zu dokumentieren.

Holz von Hier bietet hierfür ergänzende Informationen und strukturelle Unterstützung. Die Zertifizierung kann dazu beitragen, Nachweis- und Dokumentationsanforderungen im Rahmen der EUDR besser umzusetzen, insbesondere bei komplexen Lieferketten im Holzhandel und in der Verarbeitung.

Netzwerk, Werkzeuge und Praxisanwendung

Neben der Zertifizierung stellt die Initiative verschiedene digitale und fachliche Angebote bereit. Dazu gehören eine Produktsuche, ein Planernetzwerk sowie eine Objektdatenbank mit bereits umgesetzten Bauprojekten.

Für die Praxis relevant sind insbesondere:

  • Recherche zertifizierter Holzprodukte und Betriebe
  • Vernetzung mit Planenden aus Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur
  • Dokumentation von realisierten Bauprojekten mit zertifiziertem Holz
  • Schulungsangebote für Betriebe, Kommunen und Planungsbüros

Diese Struktur ermöglicht es, Nachhaltigkeitsanforderungen nicht nur theoretisch zu formulieren, sondern direkt in Planungs- und Bauprozesse zu integrieren.

Bedeutung für nachhaltiges Bauen in Brandenburg

Für das Bauwesen in Brandenburg, insbesondere im Kontext öffentlicher Bauaufgaben und regionaler Wertschöpfung, bietet der Ansatz von Holz von Hier eine ergänzende Entscheidungshilfe. Er unterstützt eine differenzierte Betrachtung von Holz als Baustoff, die über die reine Materialwahl hinausgeht.

Damit wird ein Beitrag geleistet zur Weiterentwicklung nachhaltiger Beschaffungsstrategien und zur besseren Nachvollziehbarkeit ökologischer Wirkungen im Bauwesen.

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© dechevm | AdobeStock
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