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BBIK ...denn Ingenieure bauen (d)eine Zukunft

Stahlindustrie hofft auf mehr Nachfrage

Die deutsche Stahlindustrie verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 eine steigende Produktion. Nach aktuellen Zahlen der Wirtschaftsvereinigung Stahl wurden rund 18,6 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Das entspricht einem Plus von etwa neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Trotz dieser Entwicklung bleibt die Nachfrage auf einem niedrigen Niveau. Aus Sicht der Branche ist daher noch keine nachhaltige Erholung erreicht.

Produktion wächst, Nachfrage bleibt schwach

Die gestiegene Rohstahlproduktion ist nach Einschätzung der Wirtschaftsvereinigung Stahl vor allem auf eine technische Erholung und den Wiederaufbau von Lagerbeständen zurückzuführen. Die Nachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen entwickelt sich dagegen weiterhin verhalten. Besonders die Bauwirtschaft, der Maschinen und Anlagenbau sowie die Automobilindustrie bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Für das Gesamtjahr 2026 wird eine Rohstahlproduktion von rund 37 Millionen Tonnen erwartet. Damit würde die Produktion weiterhin unter der Schwelle von etwa 40 Millionen Tonnen liegen, die als wirtschaftlich notwendige Auslastung der deutschen Stahlindustrie gilt.

Bedeutung für das Bauwesen

Die Entwicklung der Stahlindustrie hat unmittelbare Auswirkungen auf das Bauwesen. Stahl zählt zu den wichtigsten Werkstoffen im Hochbau, Ingenieurbau sowie im Brücken und Infrastrukturbau. Eine anhaltend schwache Nachfrage im Bausektor wirkt sich deshalb direkt auf die Auslastung der Stahlwerke aus.

Gleichzeitig bleibt eine leistungsfähige Stahlindustrie ein wichtiger Baustein für die Umsetzung geplanter Infrastrukturmaßnahmen und den Ausbau klimafreundlicher Bauweisen. Eine verlässliche Versorgung mit Stahlprodukten spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Weiterentwicklung emissionsärmerer Herstellungsverfahren.

Handelsschutz soll Wettbewerbsfähigkeit sichern

Neben der schwachen Nachfrage sieht die Branche den steigenden Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt als Herausforderung. Seit dem 1. Juli 2026 gilt deshalb ein angepasstes EU Handelsschutzinstrument für Stahl. Es sieht länder und produktspezifische Zollkontingente vor. Werden diese überschritten, wird ein Zusatzzoll von 50 Prozent erhoben.

Nach Auffassung der Wirtschaftsvereinigung Stahl soll dieses Instrument dazu beitragen, dass eine steigende Nachfrage künftig stärker der europäischen Stahlproduktion zugutekommt. Damit sollen Produktionskapazitäten und industrielle Wertschöpfung innerhalb der Europäischen Union gesichert werden.

Infrastrukturinvestitionen als Konjunkturimpuls

Die Stahlindustrie verbindet ihre Erwartungen mit den angekündigten Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität. Entscheidend sei, dass die vorgesehenen Mittel zeitnah in konkrete Bau und Infrastrukturprojekte fließen. Dadurch könnten sowohl die Bauwirtschaft als auch die Zulieferindustrie neue Impulse erhalten.

Aus Sicht der Branche kommt der öffentlichen Beschaffung dabei eine besondere Bedeutung zu. Neben wirtschaftlichen Aspekten sollten künftig auch Kriterien wie Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und europäische Wertschöpfung stärker in Vergabeverfahren berücksichtigt werden. Dies könnte gleichzeitig die Nachfrage nach emissionsärmer erzeugtem Stahl fördern.

Energiekosten bleiben entscheidender Standortfaktor

Ein weiterer Wettbewerbsnachteil sind aus Sicht der Stahlindustrie die weiterhin hohen Energiekosten. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl fordert deshalb einen dauerhaft wettbewerbsfähigen Industriestrompreis von 50 Euro pro Megawattstunde einschließlich Netzentgelten, Steuern und Umlagen. Ergänzende Instrumente wie Strompreiskompensation und Netzentgeltzuschüsse sollten nach Ansicht des Verbandes langfristig erhalten und weiterentwickelt werden.

© littlewolf1989 | AdobeStock
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Stahlindustrie 2026: Produktion steigt, Nachfrage bleibt schwach | Brandenburgische Ingenieurkammer