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Zementproduktion zwischen Klimaschutz und Ressourceneffizienz

Zement ist ein unverzichtbarer Baustoff der modernen Infrastruktur. Gleichzeitig verursacht seine Herstellung erhebliche CO₂ Emissionen und belastet natürliche Ressourcen. Eine aktuelle Studie beleuchtet ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen sowie mögliche Alternativen.

Zement bildet die Grundlage für Beton und gehört damit zu den wichtigsten Baustoffen weltweit. Ob Gebäude, Brücken, Tunnel, Wasserbauwerke oder Verkehrsinfrastruktur: Ohne zementgebundene Baustoffe wären viele Bauwerke in ihrer heutigen Form nicht realisierbar. Gleichzeitig rückt die Herstellung von Zement zunehmend in den Fokus der Klimaschutzdebatte. Eine aktuelle Publikation in deutscher Kurzfassung greift die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen der weltweiten Zementproduktion auf und stellt sie in einen größeren Zusammenhang.

Hoher Ressourcenbedarf und erhebliche CO₂ Emissionen

Die Herstellung von Zement zählt zu den energieintensivsten Industrieprozessen. Neben dem hohen Energieeinsatz entstehen CO₂ Emissionen insbesondere bei der sogenannten Kalzinierung, also der chemischen Umwandlung von Kalkstein zu Zementklinker. Nach Angaben der Studie verursacht Beton beziehungsweise die zugrunde liegende Zementproduktion weltweit rund acht bis neun Prozent der globalen CO₂ Emissionen.

Hinzu kommt der erhebliche Bedarf an Rohstoffen wie Kalkstein, Sand und Kies. Der Abbau dieser Materialien verändert Landschaften und Ökosysteme und führt vielerorts zu Nutzungskonflikten. Mit einer jährlichen Produktion von rund 25 Milliarden Tonnen Beton gehört der Baustoff zu den mengenmäßig bedeutendsten Werkstoffen der Welt.

Langlebigkeit und Kreislaufwirtschaft gewinnen an Bedeutung

Neben den Emissionen betrachtet die Studie auch den gesamten Lebenszyklus von Betonbauwerken. Sie verweist auf große Mengen an mineralischen Bauabfällen, die jährlich beim Rückbau entstehen. Zwar können diese Stoffe teilweise als Recyclingmaterial eingesetzt werden, häufig erfolgt jedoch lediglich ein Downcycling mit geringerer Wertschöpfung.

Für Planung und Baupraxis gewinnt deshalb die Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, Bauwerke so zu konzipieren, dass Materialien möglichst lange genutzt, wiederverwendet oder hochwertig recycelt werden können. Ebenso rückt die Verlängerung der Nutzungsdauer bestehender Bauwerke stärker in den Mittelpunkt. Erhaltung, Instandsetzung und Modernisierung können dazu beitragen, Ressourcenverbrauch und Emissionen zu reduzieren.

Alternative Baustoffe und innovative Zemente

Die Studie verweist außerdem auf die Notwendigkeit, den Einsatz klimafreundlicher Baustoffe auszubauen. Dazu gehören unter anderem zementreduzierte Betone, alternative Bindemittel sowie der verstärkte Einsatz nachwachsender oder recycelter Baustoffe, sofern sie technisch und wirtschaftlich geeignet sind. Gleichzeitig arbeitet die Baustoffindustrie an neuen Zementen mit geringerem Klinkeranteil sowie an Verfahren zur Abscheidung und Nutzung beziehungsweise Speicherung von Kohlendioxid.

Welche Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt jedoch von den technischen Anforderungen, der Dauerhaftigkeit, den verfügbaren Baustoffen sowie den jeweiligen Rahmenbedingungen eines Projekts ab. Für Ingenieurinnen und Ingenieure bleibt die materialgerechte Planung daher eine zentrale Aufgabe.

Studie ordnet ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen ein

Die veröffentlichte Kurzfassung der Studie von Tom Ackers, Conrad Kunze, Paulina Orozco, Matthias Schmelzer und Nils Urbanus beleuchtet die weltweite Zementproduktion aus ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Perspektive. Neben Umweltwirkungen thematisiert sie auch internationale Lieferketten und die Rolle großer Baustoffunternehmen. Die Publikation versteht sich als Beitrag zur Diskussion über die zukünftige Entwicklung des Bauens und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Die deutsche Veröffentlichung ist eine gekürzte Fassung der englischsprachigen Originalstudie. Angesichts der Klimaschutzziele, steigender Anforderungen an die Ressourceneffizienz und neuer Ansätze der Kreislaufwirtschaft dürfte die Frage nach einer emissionsärmeren und ressourcenschonenden Bauweise in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.

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© Nipol | AdobeStock
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Zementproduktion und Klimaschutz im Bauwesen | Brandenburgische Ingenieurkammer